c) Was möchte man schwerpunktmässig beobachten?

Das ist zunächst natürlich gar nicht so einfach zu beantworten, denn als Einsteiger weiss man ja eben noch nicht so genau, was es denn später mal wird. Sicher wird man sich aber zunächst den sogenannten "leichteren" Objekten zuwenden, sprich Sonne, Mond, Planeten und die hellsten DeepSky Objekten.

Zum Beobachten der Sonne eine dringende Warnung:

Niemals auch nur für eine Zehntelsekunde ungeschützt durch ein Teleskop in die Sonne blicken!!!


Das Augenlicht ist sofort unwiederbringbar hinüber!!! Denn im Brennpunkt schon eines Anfängerteleskopes (seinerzeit hate ich mal diverse Kokelversuche mit Zigaretten und Knallkörperlunten erfolgreich am 112er Tasco-Newton gemacht) entstehen Temperaturen von 400 Grad (da beginnt Blei zu schmilzen!) aufwärts (soviel braucht es, um Holz zum schmauchen zu bringen und das ging in besagtem Gerät binnen Sekunden!!).
Manchmal bekommt man bei Einsteigergeräten auch noch Okularsonnenfilter beigeliefert. Die kann man allenfalls bei Objektivdurchmessern bis 40mm anwenden. Ist Euer Gerät größer, so tut Euch den Gefallen und besorgt Euch einen Objektivsonnenfilter bzw. Filterfolie (Infos hierüber wo es so etwas gibt beantworte ich gerne auf Anfrage! Email: . Denn hier besteht die Gefahr, dass diese Okularsonnenfolter infolge der hohen Hitzeentwicklung zerspringen und Eure Augen somit wieder ungeschützt der Sonne ausgesetzt sind. Und dann... (siehe oben!!!)

Wenngleich die oben erwähnten Objekte dank ihrer Helligkeit leicht aufzufinden und somit auch leichter zu beobachten sind, verbergen sie faszinierende Einzelheiten. Für Planeten, Mond und die helleren DeepSky Objekte eignet sich insbesondere der Refraktor, da er alles Licht, was vom Objekt kommt, zum Okular durchlässt. Da es aber teurer ist ein Linsenobjekt als ein Spiegelobjektiv herzustellen, wird fürs gleich Geld beim Refraktor die Öffnung immer etwas gheringer ausfallen als beim Spiegelteleskop.
Im Reflektor wird ein Teil des Lichtes durch den Fang(Umlenk)spiegel geblockt und fällt somit weg. Zudem erzeugt der Sekundärspiegel noch kontrastmindernde Beugungserscheinungen. Und gerade ein maximaler Kontrast lässt am Mond und am Planeten wirklich das "letzte Quentchen" sichtbar werden.

Möchte man hingegen schon eher auf ausgedehntere lichtschwächere Objekte gehen, ist sicher der Reflektor angesagter. Denn: Hierbei kommt es in aller erster Linie auf Öffnung an und da bekommt man beim Reflektor mehr für das gleiche Geld als beim Refraktor. Erkaufen tut man sich diese größere Öffnung aber mit einem Verlust an Kontrast, aus vorhin erwähnten Gründen.

Der Refraktor ist im Allgemeinen das lichtschwächere Gerät als der Reflektor, er wird meist mit f/10 bis f/15 angeboten (Brennweite ist 10 oder 15 mal so lang wie der Durchmesser des Objektives). Daher ist er auch nur begrenzter für lichtscwächere Objekte einsetzbar.
Solche benötigen höhere Lichtstärken, die dann vom Reflektor (f/5 bis f/8) paratgestellt werden können.
Was für den Anfänger noch wichtig werden kann, ist die Frage, wie das Gerät "gewartet" werden muss. Im Allgemeinen fallen in den ersten Jahren nicht viel allzu Arbeiten an, wenn man ein gutes Gerät bekommen hat.
Es gibt nur ein Problem, und das ist das der Justage der Optik. Hier liegt der Refraktor eindeutig vorn, das seine Optik - so sie denn werksseitig gut justiert wurde - so gut wie nie nachjustiert werden muss. Es sei denn, man "schmeisst" ihn "hin und her".
Der Reflektor ist da schon etwas anfälliger: Hier kommt es - insbesondere nach Transporten - schon mal vor, das die Spiegel "etwas verrutscht" sind und somit keine ganz scharfen Bilder mehr liefern können; das Gerät muss "kollimiert" (nachjustiert) werden.

Als Fazit (und "Pi-mal Daumen-Regel") ist zu sagen:

Eher für Deep Sky (schwache Nebel etc.:
Hat man einen dunklen Himmel (siehe Punkt b) Von wo aus...... ) über sich (und seinem Standort) und ist in der Lage, gelegentlich mal seine Optik zu justieren, sollte man auf ein Spiegelteleskop zurückgreifen. Man bekommt bei diesen lichtstärkeren Geräten mehr Öffnung fürs gleiche Geld als beim Refraktor.

Eher für Planeten, Mond und Sonne: Beobachtet man unter aufgehelltem städtischen Himmel (wo eine hohe Lichtstärke ohnehin nicht oder kaum genutzt werden kann) und ist zudem etwas "bequemer", was die Optikjustage betrifft, so lege man sich einen Refraktor zu. Der bietet zudem noch das kontraststärkere Bild, man bekommt aber etwas weniger Öffnung für das gleiche Geld als beim Reflektor.


d) "Mal so" gucken oder regelmäßig beobachten?

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