Vixen 114/900mm NP-R114S Reflektor

Vermutlich der Spiegelklassiker schlechthin ... allerdings in der soliden Ausfürung: der 114/900mm-Newton von "Vixen". Den gibts/gab es ja in x verschiedenen Varianten ... meist leider mit den furchtbaren Klappermontierungen, die den Modellen von Tasco("11T"), Revue, Bresser und Co. zugeschustert wurden. Nee, dieser hier verfügt über die sehr stabile und diesem Tubus hervorragend angepasste New-Polaris Montierung. Dieses Gerät ist in dem 114er Newton-Teleskop Segment eigentlich das Einzige, was aufgrund besagter stabiler Montierung den Begriff "Einsteigergerät" zu Recht trät. Die anderen Teleskope dieser Gattung sind eher aus "Aussteigergeräe" zu sehen, denn das Arbeiten mit diesen Teilen macht - obwohl häufig mit durchaus anständiger Optik versehen - eben wegen dieser Wacklizitäten - keinen Spass.
Weiter ist dieser Newton schon mit dem 1 1/4" Okularauszug ausgestattet, was den Bereich der zu nutzenden Okulare hervorragend erweitert. Als Sucher fungiert ein 5x24er Röhrchen, bei einigen Modellen gab es auch standardmässig einen 6x30er Achromaten. Der Spiegel ist in der Regel eine f/8 "Sphäre". Natürlich wäre ein Parabolspiegel schon etwas perfekter, aber bei f/8 genügt auch diese Spiegelbauweise für anständige Ergebnisse.
Schließlich "thront" das Ganze auf einem auch sehr stabilen Holzstativ, welches auch durchaus für schwerere Geräte geeignet wäre.

Alles in Allem: eine sehr durchdachte und faire Konstruktion eines Einsteigergerätes, welches heutigen Exemplaren dieser Gattung nur noch Hohn spotten kann - absolut zu Recht. Der 114/900er "Vixen"-Newton (und dessen verschiedene "Derivate") stellt seit 30 Jahren die Referenz in diesem Segment dar. Leider fühlen sich die Hersteller & Händler nicht bemüssigt, heute mit ähnlicher Qualität zu arbeiten - bzw. so etwas anzubieten. Trotz der im Vergleich zu früher vermutlich sehr stark gesunkenen Herstellungskosten.


Heute kam dann ein aus den Kleinanzeigen für 100 Euro erworbener solcher 114er "Vixen"-Newton an. Schon die Verpackung ließ vermuten: Nein, die Vorbesitzer haben dieses Gerät nicht geliebt. Nicht mal geachtet. Da war nichts gepolstert, lediglich zwei kleine Fetzen Zeitung waren zwischen dem sehr verkratzten Tubus und der NP-Montierung reingestopft. Das ganze Paket stank nach 20 Jahren feuchten Keller und die "Innereien" standen vor Dreck. Okay, das Gerät erfordert Arbeit. Aber bevor es losgehen konnte, sorgte der Blick in den Tubus für weiteres Unbehagen: die Fangspiegel"spinne" war keine solche: die Reste des Fangspiegels hingen an einem "Beinchen" im Tubus, zwischen dem weit reingedrehtem OAZ-Tubusrohr und dem Tubus selbst eingequetscht. Und wenn man eines der "Beinchen" sieht, total verbogen ... wie bekommt man so etwas hin? Na Super :-( . Wenigstens der Hauptspiegel macht noch einen einigermaßen guten Eindruck.
Aber der langen Rede kurzer Sinn: das Gerät ist in einem beklagenswürdigem Zustand und derzeit nicht nutzbar. Bitter.
Natürlich wurden die Drähte heiss laufen gelassen, um den kleinen Vixen wieder ins Leben zurückzurufen. Dies klappte dann auch relativ schnell und gut, ich konnte eine gebrauchte FS-Einheit eines "Kaufhausnewtons" japanischer Herkunft bekommen, die dann auch schnell und gut in den Vixen-Tubus einbauen konnte. Ja, so eine "japanische Normierung" hat schon etwas. Habe den Newton dann justiert und nun wartet er auf die ersten Beobachtungen. Ein Test an der Venus zeigte auch die Sichel des Planeten schön, aber das Seeing war zu schlecht, um brauchbare Aussagen treffen zu können. Insbesondere für meine Tests an Doppelsternen gab das Seeing bislang noch nichts her.














  

  

  

  

  

  



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