Denkar AE-61 60/910mm-Refraktor

Finger stillhalten, wenn in bekannten Kleinanzeigen Portalen schöne Teleskope "umherwandern"? Nee, geht irgendwie nicht ... so zuckte der Zeigefinger mal wieder an der Maus herum, als ein schöner "Denkar AE-61" 60/910er Refraktor angeboten wurde. Bin dann schnell mit der netten Besitzerin einig geworden (sie versendete dann doch ;-) ) und einige Tage später stand ein recht schweres Paket bei uns im Treppenaufgang.

Also hoch das Paket und die "Beute" schnell begutachtet: Wie im Angebot auch schon beschrieben ... eine Holzkiste (statt der weichen Pappkartons) als Verpackung des Teleskopes. Schon mal gut. Drinnen erwartete mich dann das gewohnte "Gewusel" aus Teleskopbestandteilen und der geknüllten Polsterung aus Zeitung. Auch gut. Es war dann auch alles wie im Angebot beschrieben, enthalten. Zuerst fiel dann mal ein in der Holzkiste festgeklebter Zettel deßen, was nun an Zubehör enthalten war, auf. Spannend: Das Teleskop wurde am 02.02.1965 "abgenommen" und vermutlich kurz danach ausgeliefert. Also ist dieses "Fernrohr 6473" (siehe 2. Bild ;-) ) ein wirklicher Klaßiker mit bald 53 Jahren auf dem Buckel.

Natürlich das Gerät dann schnell aufgebaut ... super: alles, wirklich alles aus Metall. Herrlich. Kein Plastikgewurschtel, sondern wirklich "für die Ewigkeit" gebaut. So soll es sein. Okulare waren anbei: in 0"96er Ausführung ein HM-12.5mm und ein SR-5mm (das angegebene 9er war nicht dabei), sowie eine 2fache - achromatische (gut!) - Barlow. Okay, die damit erreichbare 364fache Vergrößerung ... schon ambitioniert. Man muß sehen, was die Optik so kann ... Desweiteren ein achromatischer gut brauchbarer 6 x 30er Sucher .. genau wie der Haupttubus in "Hammerschlag"-Grau lackiert.

Was in diesem Zusammenhang schon einmal zu bemerken ist: Schade, das man bei den Japan-Teleskopen späterer Baujahre die achromatischen gut nutzbaren Barlows und Sucher durch einlinsigen quasi unbrauchbaren chromatischen Schrott ersetzt hat. Hier war der Geiz mal wieder vollkommen kontraproduktiv und man wäre besser - für ein paar Mark mehr - bei achromatischen Suchern und Barlows geblieben.
Absolut positiv ist aber anzumerken, dass man die Steckhülse für die Aufnahme von 0"96-Zubehör auf 1 "1/4-Zubehör nur den entsprechenden Schraubadapter anschrauben muss und das hierfür keinerlei Umbaumaßnahme erforderlich ist. Auffällig wie positiv ist auch der Mechanismus der Beinauszugsklemmen: kennt man bei japansichen Fernrohren der 70er und 80er üblicherweise nur die bekannten Klemmen, die die "Innenbeine" fixieren, hat dieses ältere Gerät noch eine "Drehklemmung", will heissen: am Stativbein eine runde Dreheinheit, die das innere "Auszugsbein" dann von allen Seite fixiert. Dies funktioniert auch nach über 50 Jahren noch absolut präzise und fest. Schade, das hier bei jüngeren Stative gespart wurde und diese gute Mechanismus durch den wackeligeren Klemmmechanismus ersetzt wurde. Ein Verlust.


Wetter war wie erwartbar besch*****, also statt Mond oder Sterne die benachbarten Fernsehturmlichter bzw. entfernte Schornsteine. Und da fiel auf ... jajaja knappe 53 Jahre hinterlaßen Spuren auf der Optik. Staub und leichter Siff. Bild war etwas "verschleiert". Dies konnte aber nach kurzer Reinigung der optischen Teile sehr zufriedenstellend behoben werden, so daß nun klare Abbilder entfernter Birnchen und Schornsteinspitzen geliefert wurden. Und das, was ich dann sah, konnte schon andeuten, daß hier ein Teleskop sehr ansprechender optischer und auch mechanischer Qualität zu finden ist. Denn - Mechanik - die Montierung ist für den recht leichten Tubus gut dimensioniert und trägt den Refraktor anständig. Einzig etwas negativ fiel auf: die Befestigung der Montierung am Metallstativ: Es ist immer wieder d i e s e Stelle, die für Instabilitäten sorgt und für eine leichte Wackelei beim Fokussieren verantwortlich ist. Aber mal sehen, wie man das geregelt bekommen kann ... Ich bin jetzt erst einmal gespannt, wie sich der nun "saubere" Denkar am Nachthimmel macht.

Gestern gabs - wetterbedingt leider nur kurz - erstes Licht: e Lyrae war natürlich ein Ziel ... leider waberte die Stuttgarter Luft ziemlich, aber der doppelte Doppelte war gut zu trennen. "Fast lehrbuchmäßig" ... so kam mir der Gedanke zu den sichtbaren Sternbildchen hoch ... Auch der Ringnebel war sichtbar, natürlich in Anbetracht eines bleiern-bräunlichen ca max. 4er Himmels mit nicht wirklich viel Details. Dann kamen auch schon wieder Wolken und - over. Heute Morgen dann den dreiviertel Mond ... schnell mal orm Job "drübergegangen" und ... erster Eindruck: einfach gut, der Alte.

Eine interessante Beobachtung war auch bei ca. 4er graubraunschwarzem Stadthimmel gemachte Beobachtung des PN NGC 6210 im Herkules: der Nebel konnte schon bei Verwendung eines K-28mm Okulares identifiziert werden. Bei gesteigerter Vergrößerung (bis 182fach) konnte der PN dann als strukturloser, zur Mitte hin heller werdender kleiner "Wattebausch" gesehen werden. Naja, das klingt nun so besonders nicht, aber es zeigt, was mit einem 52 Jahre alten 60mm-Refraktor unter miserablen Bedingungen doch so möglich ist :-).

Denkar AE61 60/910mm-Refraktor    Denkar AE61 60/910mm-Refraktor   

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