120/600mm China-Refraktor ("Synta")


120/600mm China-Refraktor

Und wieder mal "China" ... diesmal für den Urlaub der kurze 120er mit 600mm Brennweite. Sollte ja per Flieger gen Süden gehen, da ist also "nix längeres" drinnen. Wie immer, suchte und fand ich das Gerät gebraucht im Netz; es kam komplett mit einem 6x30er Sucher, den Rohrschellen und der Taukappe bei mir an. Neupreis ist derzeit (Mitte 2004) ca. 398 Euro bei selber Ausstattung.

Natürlich musste auch noch eine halbwegs passende Montierung her, ich wählte dafür die azimutale "AZ3" (ebenfalls aus dem Netz gebraucht erworben). Die ist mit dem 3.5kg (netto!) Refraktor aber auch grenzwertig belastet ...

Das Objektiv ist ein "üblicher" Fraunhofer-Zweilinser, das mit Aluplättchen getrennt ist. Schon unglaublich, wenn man bedenkt, das man vor 10 Jahren noch mindestens 800 - 1500 Euro für ein nur ein solches Objektiv hätte zahlen müssen (Nur mein - natürlich höherqualitatives - ehemaliges Lichtenknecker 125/1560mm FH-Objektiv kostete noch 1997 ca. 1700 Euro). Heute gibt man für einen kompletten Tubus dieser Größenordnung mal gerade 400 Euro aus.
Natürlich hat ein FH mit 120mm Durchmesser bei f/5 einen Farbfehler, so das sie "Spiegelianer" - nicht ganz zu unrecht - über diesen Fehler des Linsensystems herziehen dürfen. Man sollte diese Optik eher für DeepSky bzw. Widefield-Beobachtungen im geringeren V-Bereich nutzen.
Zum Tubus: Dieser ist in der "chinesischen Standardqualität" gefertigt: Blechtubus, der recht anständig laufende 2-Zoll- Okularauszug, die einfachen Schraubrohrschellen, die ihre Funktion gut erfüllen und eine metallene Taukappe. Der Tubus ist innen mit zwei Blenden versehen, die das Streulicht brauchbar reduzieren. Ein Auskleben mit Samtfolie ("Dezi-Fix") bringt hier sicher noch einen Gewinn. Schlecht ist die reflexerzeugende nicht ausreichende Lackierung des Okularauszuges (siehe Photo "Objektiv"). Hier täte ein bischen mehr Sorgfältigkeit bei der Fertigung gute Dienste. Aber dies ist auch selbst schnell zu realisieren: die 3 Schrauben des OAZ lösen, den dann rausnehmen und die fehlende Farbe bzw. die Samtveluorsfolie anbringen.
Nachdem ich das Gerät in Düsseldorf erstmal wieder "frisch gemacht" habe (Vorbesitzer hat wohl durch Experimentiererei das Objektiv verdreht, so dass es immer ein unscharfes Bild gab), lieferte der Refraktor nun ein scharfes Bild: Der Doppelsterntest an e1/2 Lyrae verlief sehr zufriedenstellend (siehe "2004"). Und auch für Mondphotos ist der "Chinakracher", wie er gerne mal genannt wird, recht anständig zu nutzen.


Dann ab nach Mallorca (nein, nicht "Ballermann" oder ähnlicher Schrott), sondern im Südosten nach Cales de Mallorca.

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