Das Intes MK-65

Maksutov-Cassegrain-MK-65


MK 65 (150/1500mm) von "Intes":

Ja, die Russensucht holt einen immer wieder ein... und das zu Recht. Und wenn man dann so ein Leckerchen noch für 750 Mark bekommen kann - zugreifen heisst die Devise! Dabei waren der 2"-Crayford-Auszug, ein 6 x 30er Sucher, eine Tasche, der aufmontierbare 1¼" Zenitspiegel.
Zunächst war erstmal eine Justage fällig, nun, so ein mind. fünf Jahre altes Gerät (hat die Seriennummer 4/296) ist da schon etwas dejustiert. Dem ging noch die Montage des Schalbenschwanzes voran; also, das ganze Teleskop auseinanderbauen, die urspüngliche Photostativaufnahme abbauen, Löcher in den Tubus bohren und den Schwalbenschanz wieder anbauen. Danach Spiegelzelle wieder rein und anschließen den Meniskus vorne wieder einsetzen.
Tja, dann wartet noch die Justage und die ist etwas lästig: Denn man muss, bevor man an die Justageschräubchen herankommt, erst immer den Fokussierer abbauen. Also: Schräubchen einstellen, Fokussierer ran, testen (bei V >= 200x; direkt am Stern viá Beugungsringe). Und: weil schlecht, wieder Fokussierer runter, nachstellen Fokussierer wieder anbauen und testen uswusw. solange bis es dann stimmt.
Hier merkt man dann, dass die Konstruktion dieses Teleskopes einer der ersteren war, das wurde ja im Nachhinein verbessert.
Nun, nach diversen dieser Arbeitsgänge waren die Jupitermonde dann nur noch sehr wenig mit "Dejustageschwänzchen" versehen und auch eta Ori (1.5") wurde, mit schon fast "geschlossenen" Beugungsringen leicht getrennt. Die ganz feine Justage am Stern verhinderten natürlich Wolken, das kommt aber noch.
Dennoch konnte man am Jupiter in Momenten ruhigen Seeings bei V=217fach mehrere Wolkenbänder und Andeutungen von Einzelheiten erkennen, der Saturn zeigte eine komplette Cassiniteilung.
Also, fürs erste sieht es schon ganz gut aus!


12-01-01

Nunja, endlich mal wieder ein bischen Ruhe zum Justieren, Testen und Gucken.
Nach dem Umbau sitzt der MK-65 jetzt fest auf der SP-DX-Monti und man kann loslegen. Naja, davor steht aber noch die weitere Justage... Danach dann bei guter Durchsicht (fSt 5m3), aber miserablem Seeing (5), ca. -3° Temperatur und drei Tage nach dem Mondfinsternis-Vollmond einige Blicke... (Okulare waren: 35er Eudiascopc, 19er Widefield, 7er Nagler, 4er Abbé), die aber durch das Schrottseeing schnell relativiert wurden:
Jupiter kam bei 217facher nie ganz zur Ruhe, man konnte gelegentlich mehr als die zwei Standardatmosphärenbänder erkennen. Die Monde waren flackernde Punkte und auch kleine Scheibchen, leider war "nicht mehr drin".
Saturn zeigte neben drei Monden auch nur zeitweise die Cassini-Teilung, auch der blieb sehr unruhig.
M 42 im 19er bei 79facher schon sehr erfreulich anzusehen: Dort nervte das Seeing noch nicht so stark, man konnte neben der wolkigen und verästelten Struktur des Nebels natürlich das Trapez und diverse andere Sterne innerhalb der Nebelmasse erkennen, die E&F Komponente des Trapezes allerdings nicht.
eta Ori bei 217facher getrennt aber - seeingbedingt - sehr undeutlich. Erstaunlicher da schon der Blick bei 79 facher: Waren da beide Komponenten andeutungsweise schon getrennt erkennbar?
32 Ori Wenn ich den "richtigen" im Visier gehabt habe, waren dessen 1"0 Abstand bei 217fach nicht aufgelöst.
Die Plejaden zeigten bei 79- und 217-fach hier und da indirekt den 12m9 Teststern. Der Anblick im geringer vergrößerunden Okular ist immer wieder hinreissend, zumal da auch das Seeing nicht so nervt.
Anfangs gabīs noch die halbe Venus: Allerdings tief im Westen stehend und im nicht gut justierten Gerät war bis auf die "unscharfe" Phase nicht mehr zu erkennen.
Auch der Mond schien schon bei 79-fach wie durch eine Wasseroberfläche zu wabern. Er ist aber eigentlich immer wieder ein schöner Anblick, ja, wenn da nicht diese Luftschliererei wäre.

Nun, diesen Abend kann man nicht sonderlich zur Qualitätsabschätzung des Makīs nutzen, allzuschlecht war das Seeing (neben den sonst sehr guten Bedingungen).

Vielleicht schon heute mehr.

Nee, leider nicht, habe es irgendwie dann fertiggebracht, mir diese halbfertige Justage wieder zu verderben und dann erstmal schlicht keine Lust mehr gehabt weiterzumachen. Also Geduld...



26-01-01

Und (nach gut zwei Wochen) mal wieder Justieren... so īne Fummelei... Irgendwann muss soīn Intes Schmuckstück doch mal hinzubekommen sein. Habe das Gerät schon mal provisorisch vorjustiert: Habe es dabei auf meinen Glastisch gestellt (mit dem Objektiv nach unten) und auf den Boden ein weißes Blatt Papier gelegt. In den OAZ habe ich dann eine Filmdose (die haben glücklicherweise ja nahezu 1 1/4" Durchmesser) eingesteckt und diese zentral mit einem kleinen Loch versehen. Und danach wurde am Hauptspiegel solange justiert, bis - "übern Daumen gepeilt" -
a) der Fangspiegel zentral sichtbar war und
b) da sichtbare Reflexionsbild des Hauptspiegels wirklich rund und nicht eierförmig erschien.
Naja, diese Vorarbeiten habe ich nicht am 26/01 gemacht, sondern - draussen warīs wie gewohnt zugezogen - ein paar Tage vorher.
Am 26/01 musste sich diese Vorarbeit dann dem "Stern aussetzen". Und... es hat sich gelohnt!
Unter miserablen Seeingbedingungen (Erkrath stellt sich - trotz sonst ganz gebrauchbarer Bedingungen - als Seeinghölle raus: Hier wabert die Luft selbst dann noch, wennīs überall sonst ruhig ist... :-( ) war doch schon eine halbwegs "hinhauende" Justage zu sehen: Die Sterne waren nicht mehr total verzogene Eier, die intra- und extrafokalen Beugungsbilder "näherten sich aneinander an".
Nun, dass das nochz nicht der Weisheit letzter Schrei war - logisch. Also wurde vorsichtigst am Stern weiterjustiert (bei V=217x im 7er Nagler): Das "Opfer" war eta Ori, der 1"5er Doppelstern. Und nach einigem Hin und Her (wie kurz doch so eine Stunde ist...) konnte man in den wenigen ganz ruhigen Momenten beide Komponenten erkennen.
Dann gab es natürlich noch den "Standarsschwenk" über Juipter und Saturn. Ersterer zegte bei 217fach in besagten ruhigen Momenten mehrere Atmosphärenbänder und - nicht mehr mit "Kometenschwänzchen" versehene Monde. Saturn brachte es bisweilen auf eine durchlaufende Cassiniteilung. Aber - zu schlecht war auch heute mal wieder das Seeing, um wirklich zum Schluß zu kommen, das das Gerät ausjustiert ist.

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