Die Wunderdinger namens "Filter"

Gerade für diejenigen unter uns, die "Deep Sky", also lichtschwächere Objekte jenseits unseres Sonnensystems beobachten wollen, werden schnell feststellen, dass der Himmel meistens nicht ausreichend ist. Es sei denn, man wohnt irgendwo in den Alpen oder sonstwo in "Kleintschimschiekuko", sprich weit weg von allen störenden Lichtquellen. Der "Standarduser" wird entweder mit Frustration einer schlechten Location leben müssen, oder... einige hundert Märker ausgeben, um auch unter schlechteren Bedingungen "besser" zu sehen.

Wie das funktioniert?

Mit Filtern...

Es gibt ein ziemlich umfangreiches Angebot von Filtern. Als da wären Farbfilter jeder Couleur: Mondfilter, Sonnenfilter, Infrarot- oder UV-Filter und... diejenigen für die Deep-Sky-Beobachtung.
Letztere sind die kleinen Wunderwerke, um die es hier geht. Die "schaffen" es nämlich, eine ganze Menge unbrauchbaren (=Strassen- und Hausbeleuchtungen, Neonlicht etcetc, eben was alles so anfällt, um uns unser Hobby madig zu machen) rauszufiltern.

Funktionieren tut dies nach einem ziemlich simplen Prinzip: Es werden einfach gewisse Bereiche des Spektrums (nämlich diejenigen, in denen die Störlichtquellen leuchten) herausgefiltert. Und nur diejenigen Bereiche des für uns "brauchbaren" Lichtes werden durchgelassen und gelangen so viá Okular zum Auge.
Denn das Prekäre an einem durch Strassenlampen etc. verstrahltem Himmel ist, das durch diese "intensive Bestrahlung von unten" der Kontrast zwischem Himmelsobjekt und dem dunklem Himmelshintergrund stark reduziert wird. D.H. alles wird helligkeitsmäßig "angeglichen" und verliert so an Kontrast.
Setzt man nun so ein Filter in den Strahlengang (i.d.R. sind dies Einschraubfilter für das Okular), werden diese kontrastmindernden Bereiche des Spektrums herausgefiltert und so wieder der Kontrast zwischen Himmelsobjekt und Himmelshintergrund erhöht. Diese Filter sind auch als sogenannte "Schmalbandfilter" bekannt; sie lassen nur ein "schmales Band" des sichtbaren Spektrumns passieren.

Bekannte Vertreter sind:
  • der Deep Sky-Filter (lässt noch ein relativ breites Spektralband durch, ist also nicht ganz so kontrastverstärkend)
  • der UHC-Filter (hat schon einen ziemlich schmalbandigen Durchlass im blaugrünen Bereich des Spektrums) und
  • der O-III-Filter (mit extrem schmalbandigem Durchlass auch im blaugrünen Bereich)

    Je schmalbandiger so ein Filter nun ist, desto spezieller werden seine Anwendungsgebiete: Hat man bei Nutzung des DeepSky Filters durch seine etwas höhere Breitbandigkeit noch ein weiteres Nutzungsfeld, reduziert sich dieser z.B bei Nutzung des O-III-Filters sehr stark. Dieses Filter läßt fast nur noch das Licht durch, welches vom dreifach ionierten Sauerstoff freigesetzt wird. Dies ist Licht nahezu nur einer Wellenlänge. Der Rest wird geblockt.
    Daher erscheinen Objekte, die ihr Licht in anderen Wellenlängen aussenden, in solchen Filtern meist sehr schwach, während Objekte, die eben diese Wellenlänge ausstrahlen und die alleine dieses Filter passieren können, im Vergleich zum stark abgedunkelten Hintergrund sehr hell erscheinen. (Insbesondere Planetarische Nebel emittieren Licht dieser Wellenlänge).
    Gerade in nicht so guten Locations entscheidet ein solches Filter bei bestimmten Objekten über Sehen oder Nichtsehen.

    Dennoch: Nichts geht über gute Beobachtungsbedingungen. Solche Filter sind zwar ein gutes Hilfmittel, aber der Anblick ohne Filter unter den besten Bedingungen bleibt immer noch unübertroffen.


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